In den Gesellschaften, denen Gott seine Botschafter zu Warnung an den Menschen schickte, herrschte große Toleranz, Frieden und Gerechtigkeit. Und jedes Volk hat seinen Gesandten. Und erst nachdem ihr Gesandter kam, wird in Gerechtigkeit zwischen ihnen entschieden, und so erleiden sie kein Unrecht. (Sure Yunus, 47) So wie hier beschrieben, wurde in dieser Zeit niemand unterdrückt und es regierte zwischen den Menschen die Gerechtigkeit.
Gott hat allen Seinen Botschaftern befohlen, dass zwischen den Menschen die Gerechtigkeit regieren möge. So wie Prophet Muhammad (s.a.w.s) es im Quran getan hat, haben auch Jesus (a.s), Moses (a.s) und David (a.s) mit ihren offenbarten Büchern die Menschen zu guter Moral, Toleranz, Frieden und Sicherheit aufgerufen. In dem Vers "Wahrlich, Wir entsandten Unsere Gesandten mit klarer Botschaft, und schickten mit ihnen das Buch und die Waage herab, auf dass die Menschen Gerechtigkeit üben möchten..." (Sure al-Hadid, 25) erklärt Gott, dass einer der Gründe, warum die Botschafter geschickt wurden, darin liegt, "die Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten”.
Prophet David (a.s) ist einer der Menschen, die im Quran als Beispiel der Propheten angeführt werden, die den Menschen Gerechtigkeit gebracht haben. Zwei Kläger wandten sich an David (a.s), damit er ihren Streit schlichten würde.
Prophet Schuayb (a.s) wurde dem Volk der Madyan gesandt, sein Stamm war im Handelsleben sehr ungerecht. Das Maß und die Waage wurden nicht genau geeicht, der Wert der Waren falsch angeben und die Menschen wurden betrogen. Prophet Schuayb (a.s) warnte sein Volk wegen dieser ungerechten Haltung und forderte sie zur Gerechtigkeit auf. In den Versen wird dies folgendermaßen beschrieben:
Auch unser Prophet Muhammad (s.a.w.s) hat sein Leben lang das im Quran aufgetragene Gebot "…Tretet für die Gerechtigkeit ein, wenn ihr vor Gott Zeugnis ablegt, und sei es gegen euch selber oder euere Eltern und Verwandten…“ (Sure an-Nisa, 135) eingehalten und auf den Stamm, zu dem er entsandt war, die Gerechtigkeit angewendet. Seine überragende Sorgfalt in der Anwendung von Gerechtigkeit und seine schöne Moral haben Stück für Stück das Vertrauen der Menschen in ihn gesteigert und dabei geholfen, sie zum Glauben an Gott zu binden. Viele derer, die in den ersten Jahren nach Offenbarung des Quran noch leugneten, haben wegen der moralischen und gerechten Urteile unseres Propheten (s.a.w.s) sich ihm mit ganzem Herzen anvertraut und sind zum Islam beigetreten.
Unser Prophet (s.a.w.s) hat viele solcher Ereignisse erlebt. Ein Großteil davon ist uns über die Haditen oder über die Islamgeschichte überliefert. Unser Prophet (s.a.w.s) war zu allen Zeiten durch seine gerechte, tolerante, barmherzige und gnadenreiche Art für die Muslime ein gutes Vorbild. In allen seinen Verhaltensweisen, seinen Worten und Taten findet sich für den Gläubigen Weisheit. Gott hat in einem Vers die erhabene Moral unseres Propheten (s.a.w.s) und seine Hingabe für alle Muslime erläutert:
Zu dieser Zeit gab es in Arabien, insbesondere in Mekka, eine Vielzahl von Problemen auf gesellschaftlicher Ebene. Diese vor-Islamische Zeit wird als "Zeit der Unwissenheit“ bezeichnet und es gab seinerzeit zwischen den Rassen und den Religionen große Auseinandersetzungen und aufgrund dessen herrschte Unfriede. Zwischen Stämmen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten herrschte Intoleranz, es gab Stammesfehden, eine ungerechte Aufteilung der Wirtschaft, Plünderungen, eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich und noch viele weitere Ungerechtigkeiten. Es konnte nicht für Gerechtigkeit gesorgt werden, die Schwachen wurden von den Starken und Reichen so weit möglich unterdrückt, die Menschen tyrannisierten sich gegenseitig aufgrund ihrer Rassen, Religionen oder Sprachen. Um ihre Mägen zu füllen mussten die Menschen unter sehr harten Bedingungen arbeiten und erlebten schwere Plagen.
Diejenigen, die wenig hatten, wurden durch das Zinssystem im Handelsleben schwer gebeutelt, während die Reichen im Überfluss lebten. Einige dieser Unsitten hatten bereits Tradition. So hat es beispielsweise die Preise beeinflusst, dass die Araber in der unwissenden Zeit die Handelskarawanen überfielen und die Reisenden plünderten, um die so erlangten Waren zu günstigen Preisen auf den Markt zu bringen. Manchmal haben sie die Waren absichtlich versteckt, um sie auf Schwarzmärkten zu verkaufen.
Der Quran liefert viele Informationen über die Gesellschaft vor der Zeit des Propheten Muhammad (s.a.w.s), die zum größten Teil aus Beduinen bestand. Mit dem Vers "Unter den arabischen Beduinen sind manche (besonders) verstockt in Unglauben und Heuchelei. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie die Vorschriften, welche Gott auf Seinen Gesandten hinabgesandt hat, nicht kennen. Und Gott ist wissend und weise." (Sure at- Tauba, 97) hat Gott im Quran erklärt, wie unwissend und unverständig dieses Volk war.
Unser heiliger Prophet Muhammad (s.a.w.s) wurde zu diesem unwissenden und ungebildeten Stamm geschickt, um ihnen die Wahrheit zu erklären und sie zum moralischen Handeln aufzufordern. Doch keinerlei Schwierigkeiten begegneten dem Botschafter Gottes und diesen "verstockten und ungläubigen" Stämmen hat er die Religion Gottes übergeben und er war ihnen ein Leben lang ein gutes Vorbild. So wie im folgenden Vers befohlen, wurde der Stamm dazu aufgerufen, immer gerecht zu sein:
Ein Beispiel dafür sind die Verträge, die unser Prophet (s.a.w.s) mit dem Volk von Najran, das über eine Schriftreligion verfügte, traf. Auf den folgenden Seiten werden wir diesen Text genauer betrachten und zeigen, dass Prophet Muhammad (s.a.w.s) ein Rechtsverständnis unter den Menschen etabliert hat, was zu dieser Zeit seines gleichen sucht. Unser Prophet Muhammad (s.a.w.s) hat dies mit den Worten "Wer Gerechtigkeit sucht, wird sie finden und weder Tyrannei noch Ungemach erleiden..."1 ausgedrückt und damit gesagt, welche Art von Gerechtigkeit er den Menschen bringen wird. Aus dieser unvergleichlichen Führungsart heraus genoss der Botschafter Gottes in seiner Zeit sehr großes Vertrauen und sogar seine strengsten Feinde haben sich nicht gescheut einzuräumen, dass er sehr ehrlich und aufrecht ist.
Die Beispiele für gute Moral, die dadurch entstanden sind, dass unser Prophet (s.a.w.s) die Befehle Gottes komplett erfüllte, zeigen auch die Toleranz, Frieden und Friedlichkeit, die der Botschafter ins soziale Leben brachten. Es ist offensichtlich, dass in einem Umfeld, in welchem vollständig nach der Moral des Quran gelebt wird, so wie wir am vorherigen Beispiel sehen konnten, brüderlich und friedlich zusammengelebt wird.
Unser Prophet (s.a.w.s) hat die Stämme, bei denen der Rassismus weit verbreitet war, wissen lassen, dass zwischen den Menschen der Unterschied in der Ethnie keinen Unterschied macht, dass alle Menschen vor Gott gleich sind und dass das einzig Wichtige im treuen Glauben an Gott besteht. Als unser Prophet Muhammad (s.a.w.s), die Stämme dazu einlud, dem Glauben an Gott zu folgen, ordnete er an, dass kein Unterschied zwischen den Menschen gemacht werden dürfe und sprach folgendes:
"Menschen, passt auf! Ihr habt nur einen Gott. Es gibt keine Erhabenheit als die der Frömmigkeit, kein Araber steht über einem Nichtaraber, kein Nichtaraber über einem Araber, kein Schwarzer über einem Roten, kein Roter über einem Schwarzen. Ohne Frage ist vor dem Höchsten Gott der am erhabensten, der die meiste Ehrfurcht vor Gott dem Erhabenen hegt."2
Unser Prophet (s.a.w.s) hat auch verkündet, dass Gott den Menschen aus dem Nichts erschaffen hat, dass er alle Menschen gleich erschaffen hat und im Angesicht Gottes alle Menschen alleine sind und einzeln Rechenschaft ablegen werden und es daher einen großen Irrtum darstellt, auf die Abstammung des Menschen zu sehen und darin eine Erhabenheit zu erkennen.
Ebu Hureyre hörte von unserem Propheten (s.a.w.s) folgendes:
Ihr Menschen! Wir alle sind Kinder Adams. Und Adam wurde aus Staub erschaffen. Der Mensch muss es unbedingt unterlassen, mit seiner Rasse zu prahlen.3
In einer anderen Hadise drückt Prophet Muhammad (s.a.w.s) folgendermaßen aus, dass es keine Erhabenheit zwischen den Menschen gibt, außer im Glauben.
Eure Abstammung ist nichts, was euch erhaben macht oder Hochmut gegenüber einem Anderen verleiht. (Ihr Menschen)! Ihr seid alle die Kinder Adams. Ihr seid wie die Weizenkörner auf einem Messlöffel, die einander wie ein Ei dem anderen gleichen… Dabei ist niemand über den anderen erhaben, außer in der Religion und Frömmigkeit. Damit ein Mensch schlecht ist, reicht es aus, dass er das Essen eines anderen isst, ihn missachtet, geizig ist, schlechter Gesinnung ist oder alle Grenzen überschreitet.4
Unser Prophet (s.a.w.s) hat sein gesamtes Leben über die Menschen dazu aufgerufen ihren unwissenden und ketzerischen Glauben aufzugeben und ein Leben nach den Gesichtspunkten zu führen, die im Quran aufgetragen sind. Im Quran wird die rassistische Haltung als "Schutz der Abstammung“ bezeichnet und die ungestüme Haltung der Menschen in Bezug darauf wird kritisiert. Ein Vers zu diesem Thema lautet wie folgt:
"Während zuvor in der arabischen Welt keine Ergebenheit unter einen einzigen Befehl herrschte, wurde plötzlich eine politische Einheit erreicht und sich diesem Befehl anvertraut. Prophet Muhammad (s.a.w.s) brachte die sozialen Splittergruppen, die teilweise aus nur 100 Mitgliedern bestanden und miteinander in ständigem Konflikt standen, zusammen."6
In vielen Versen des Quran ist beschrieben, dass die Anhänger anderer Religionen in Toleranz lebten. Das ist eine Ethik, die im Charakter des Islam vorgesehen ist. Gott befielt den Muslimen in einem Vers, dass sie an jedes heilige Buch glauben sollen und dass sie dem Glauben dieser Bücher Respekt zollen sollen.
Als unser Prophet (s.a.w.s) nach Medina kam, hat er gezeigt, dass die Menschen unterschiedlicher Rassen, Religionen und Sprachen, wenn sie sich brüderlich und tolerant verhalten, gemeinsam in Frieden zusammenleben können. Einer der wichtigsten Beweise für seine Aufforderung zu Frieden und Toleranz besteht in einem der ersten Schriftsätze, die er verfasst hat. Es handelte sich dabei um ein Friedensabkommen.7 Prophet Muhammad (s.a.w.s) hat nach der Eroberung Mekkas sogar diejenigen Heiden freigelassen, die zuvor die Muslime gefoltert hatten und ihnen große Toleranz entgegengebracht. Für diese erhabene Ethik unseres Propheten Muhammad (s.a.w.s) gab es in der arabischen Welt zuvor kein Beispiel und wurde von den Menschen mit Hochachtung betrachtet.
Auch bei der Eroberung fremder Länder in dieser Zeit, war Prophet Muhammad (s.a.w.s) für alle Muslime ein Vorbild in Bezug auf die wahre Gerechtigkeit, die er obwalten lies. Der Prophet wendete auf das Volk der eroberten Länder die im Quran bekannt gegebene Gerechtigkeit an und traf Abkommen mit ihnen, die beide Seiten zufrieden stellten und die Menschen nicht den geringsten Nachteil erleben lies. Daher sind die Angehörigen jeder Religion oder Rasse, nachdem ihr Land erobert wurde, der durch den Islam gebrachten Gerechtigkeit mit Zufriedenheit begegnet. Denn Prophet Muhammad (s.a.w.s) und seine Anhänger erinnerten sich an den Vers "Und unter denen, die wir erschufen eine Gemeinschaft, welche zur Wahrheit leitet und ihr gemäß gerecht handelt.“ (Sure al-A'raf, 181) und so entstand zwischen den Menschen eine Gemeinschaft, die Gerechtigkeit brachte.
Eines der schönsten Beispiele für die Toleranz und Gerechtigkeit unseres Propheten (s.a.w.s) besteht in dem Vertrag, welchen er mit dem christlichen Volk der Najran auf dem südlichen Teil der Arabischen Halbinsel abgeschlossen hat. Einer der Paragraphen des Vertrages lautet wie folgt:
"Alles, was das Volk von Najran und dessen Gefolge an Lebewesen, Waren, besitzt, ob sie eine Religion haben oder nicht, ihre Familien, Angehörigen und alles, was sie besitzen gehört Gott und wird unter den Schutz von Gottes Propheten gestellt."8
Unser Prophet (s.a.w.s) hat mit diesem und ähnlichen Abkommen dafür gesorgt, dass der im Folgenden aufgeführte Vers der Gesellschaft offenbart wird und die Nicht-Muslime mit den Muslimen gemeinsam ein Leben voll Behaglichkeit und Frieden führen können.
Der Vertrag von Medina wurde vor rund 1400 Jahren, im Jahr 622 geschlossen. Um die Ansprüche von Anhängern unterschiedlicher Glaubensrichtungen zu befriedigen, wurde Prophet Muhammad (s.a.w.s) federführend in diesem schriftlichen juristischen Vertragswerk, dass er entstehen lies. Im Endergebnis erhielten alle unterschiedlichen Religionsgruppen und Rassen, die über 120 Jahre in Feindschaft miteinander gestanden hatten, einen Platz in dem Abkommen. Prophet Muhammad (s.a.w.s) hat durch diesen Vertrag ein Ende für die Fehden zwischen den unterschiedlichen Gruppierungen, die sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit angegriffen haben und einander feindselig gesinnt waren, gefunden und ihnen einen Weg gezeigt, wie sie miteinander auskommen und zusammen leben können.
Nach dem Vertrag von Medina steht es jedem Menschen frei, ohne irgendeinem Druck ausgesetzt zu sein, seine Religion, Rasse, politische oder philosophische Ausrichtung zu wählen. Dadurch entsteht eine Gemeinschaft aus Individuen, die ihre eigenen Ansichten vertreten. Es steht ihnen frei, ihr eigenes Rechtssystem anzuwenden. Doch jemand, der eine Straftat begangen hat, wird von niemandem geschützt. Die Gruppen, die das Abkommen unterzeichnet haben, helfen einander gegenseitig, liefern Unterstützung und stehen unter dem Schutz unseres Propheten Muhammad (s.a.w.s). Bei Streitigkeiten unterschiedlicher Parteien wird das Anliegen an den Gesandten Gottes angetragen.
Unser Prophet (s.a.w.s) setzte diesen Vertrag stufenweise von 622 bis 632 um. Mit diesem Pakt wurde das auf Blut und Verwandtschaftsbeziehungen aufbauende Stammessystem abgelöst und Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, kultureller und ethnischer Abstammung fanden zusammen um eine Einheit zu bilden. Der Vertrag von Medina sicherte eine große Glaubens- und Religionsfreiheit. Der Paragraph, durch den diese gesichert war, ist folgender:
"Die Juden von Banu Awf bilden mit den Muslimen eine Nation; die Juden haben ihre Religion und die Muslime haben ihre."9
Dieser Vertrag hat den Juden und Heiden ein Mitgliedsrecht eingeräumt. Der 16. Paragraph besagt, dass "der Jude, der uns folgt, genießt unsere Unterstützung und dieselben Rechte wie jeder einzelne von uns. Er soll nicht ungerecht behandelt werden und seinem Feind soll nicht geholfen werden."10 Diese Auffassung haben die Getreuen und Nachfolger unser Prophet (s.a.w.s) auch zu späteren Zeiten auf Berber, Buddhisten, Brahmanen und andere angewendet und ihnen die entsprechenden Rechte eingeräumt.11 Die Konflikte in der damaligen Zeit waren einfach zu lösen und jeder zollte dem Glauben des Nächsten Respekt und für einen langen Zeitraum herrschten Frieden und Gerechtigkeit.
So wie mit den Anhängern der Schriftreligionen schloss der Prophet auch mit den Heiden einige Verträge, die das gesellschaftliche Zusammenleben regelten. Den Heiden gegenüber handelte er jederzeit gerecht und er gewährte ihnen Schutz und Sicherheit.
Dieser Anspruch auf Schutz bedeutete, dass sie gegen die Möglichkeit eines Angriffs oder eines Unrechts beim Propheten Unterschlupf finden konnten. Sein gesamtes Leben lang stellten viele Nicht-Muslime und Heiden Anspruch auf Schutz an unseren Propheten (s.a.w.s). Er hat sie dann auch unter seine Obhut genommen und für ihre Sicherheit gesorgt. Gott hat über die Sure Tauba wissen lassen, dass die Heiden, wenn sie Anspruch auf ihr Asylrecht stellen, dieses gewährt werden muss. Der Vers drückt dies folgendermaßen aus:
Im Quran werden die Jünger des Propheten Jesus (a.s) den Muslimen als Beispiel für Gottes Botschafter genannt. Zwischen den ersten Muslimen und den ersten Christen gab es auch große Gemeinsamkeiten. Die ersten Glaubenden waren vielen Leiden und Folter ausgesetzt und dennoch haben sie die Verbindung zu den Gesandten aufrechterhalten. Der Quran drückt sich folgendermaßen über die ersten Christen zu Zeiten des Propheten Jesus (a.s) aus, die einen treuen Glauben hatten und sich dem Glauben an Gott übergeben hatten.
"Ihr Menschen, ich gebe euch zehn Gesetzte, die ihr mit euren Herzen befolgen mögt: Begeht keinen Verrat und kommt nicht vom rechten Weg ab. Mordet keine Kinder, Frauen und Alten. Brennt nicht die Dattelbäume ab und zerstört diese; Fällt keinen einzigen Obstbaum. Tötet auch keine Kamele. Bewahrt sie für euch auf. Ihr werden Menschen begegnen, die ihr Leben dem Jenseits gewidmet haben und sie dem Einsiedlertum überlassen. Ihr werdet Menschen begegnen, die euch die unterschiedlichsten Speisen darbieten werden. Esst, doch vergesst dabei nicht, euch an den Namen Gottes zu erinnern."13
Auch Kalif Ömer war für seine Gerechtigkeit berühmt und hat nach Ebubekir so wie unser Prophet (s.a.w.s) verschiedene Abkommen mit der Bevölkerung der eroberten Länder geschlossen, die beispielhaft für Gerechtigkeit und Toleranz sind. So hat Kalif Ömer beispielsweise den Christen in Jerusalem zugesichert, dass er ihre Kirchen nicht abreißen wird und eine Garantie darauf gewährt, dass die Muslime sich nicht in den Kirchen zur Andacht versammeln. Den Christen in Bethlehem sicherte er dieselben Bedingungen zu. Bei der Eroberung von Medain wurde dem Nasturi Patriarchen Isuayheb II. (650-660) dieselbe Sicherheit gewährt, nämlich dass die Kirchen nicht abgerissen werden und kein Gebäude in eine Moschee oder Wohnhaus umgewandelt wird14. Ein Brief des III. Nasturi Patriarchen, den er nach der Eroberung an einen Freund verfasst hat, ist ein schönes Beispiel für die Barmherzigkeit und Toleranz, welche den Buchreligionen entgegengebracht wurde, geschildert aus dem Blickwinkel eines Christen.
"Gott hat seinen Willen den Arabern gegeben… sie haben uns nicht gequält. In der Tat haben diese unserer Religion, unseren religiösen Ämtern, Kirchen und Klöstern gegenüber Respekt gezeigt…" 15
Der Schutz, den Prophet Ömer gewährte, belegt, wie ein Muslim die im Quran beschriebene Moral zeigt und Toleranz aufbringt.
"Der erteilte Schutz umfasst Gesunde und Kranke, Gute und Schlechte, sämtliche Individuen des Gebietes samt ihrer Religion, Leben, Eigentum, Kirchen und Anhänger. Genauso wenig wie die Kirchen verwüstet werden, werden die Wohnhäuser zerstört und es wird nichts von dort entwendet werden. Niemand im Volk wird auch nur den geringsten Schaden nehmen. Die in diesem Buch niedergeschriebenen Bedingungen sind die Bringschuld, die aus dem Vertrag mit Gott und dem Propheten für die Kalifen und Muslime entstanden ist."16
"… Es ist eine wahre Tatsache, dass die Muslime das Volk in den Regionen, die sie erreichten, nicht mit dem Schwert zum Übertritt zum Islam zwangen und es lässt sich beweisen, dass diese aus christlichen Quellen stammenden Behauptungen nicht haltbar sind... Der dynamische Einfluss während der Eroberungen bestand im Aufruf zur Brüderlichkeit des Islam… Und im Rahmen dieser Brüderlichkeit wuchsen die Anhängerscharen an, wie eine Lawine."18